Du bist was du suchst – das Universum in dir

In den alten hinduistischen Schriften, den Upanishaden, gibt es eine Kernphilosophie, die Antwort auf die existenziellste Frage überhaupt gibt. Die Advaita Vedanta (ad vaita steht im Sanskrit für „nicht zwei“ bzw. „nondual“, Vedanta bedeutet „ultimative Realität“, „das Absolute“) drückt aus, dass alles, was IST, im Grunde aus ein und derselben Essenz (nämlich „Brahman“, Sanskrit für „das Göttliche“ oder „Essenz des Seins“) besteht. Das Erkennen der Essenz des Seins im Hier und Jetzt ist es, was Hinduisten wie auch Buddhisten unter „Erleuchtung“ verstehen. Ein für mich hilfreicher Versuch, dieses Denkmodell der Nondualität besser zu verstehen, ist ein Gleichnis, das sich ebenfalls in den alten indischen Schriften wiederfindet: Brahman ist wie Gold in seiner rohsten Form, genau so, wie es sich tief im Erdgestein verbirgt. Wenn es gehoben, eingeschmolzen und schließlich zu Schmuck, Uhren oder Münzen weiterverarbeitet wird, hat es zwar eine gänzlich andere Erscheinungsform. Dennoch ist es in seiner Essenz immer noch Gold (Brahman). Advaita Vedanta bringt zum Ausdruck, dass alles, wonach wir im Außen suchen, um uns zu vervollständigen, einzig und allein in UNS selbst zu finden ist. Und zwar immer im gegenwärtigen Augenblick. Der Youtube-Kanal „Wunder des Seins“ bringt diese Kernbotschaft hervorragend und sehr einfach erklärt auf den Punkt (absolute Empfehlung meinerseits, Dauer knapp 7 Minuten): https://www.youtube.com/watch?v=XVaihEzTxkU

Der Pfad des Yoga zur Erkenntnis des Absoluten:

Unser Einssein mit Brahman, der Essenz von allem, kann auf verschiedene Arten erfahren werden. Am natürlichsten erfahren lässt es sich wahrscheinlich beim Anblick eines Neugeborenen. Noch weit entfernt von jeglichen Alltagseinflüssen ist ein Baby völlig präsent, unschuldig und reines Bewusstsein. Es ist weder in selbst konstruierte Glaubenssätze, noch in eingefahrene Denk- oder Verhaltensmuster verstrickt und sieht die Welt vollkommen unvoreingenommen, völlig urteilsfrei, wie ein unbeschriebenes Blatt. Dieses Neugeborene ist Brahman in seiner reinsten Form. Die Essenz des Göttlichen. Und zugleich der lebende Beweis, dass Gott in uns selbst wohnt. Im weiteren Lebensverlauf verlieren wir durch äußere Einflüsse zunehmend dieses reine Bewusstsein und unsere Präsenz im gegenwärtigen Augenblick. Wir lassen uns von der Illusion unseres eigenen menschlichen Daseins zusehends überwältigen und verlieren immer mehr das Bewusstsein über das Göttliche in uns.

Das Ende der Suche

Yoga unternimmt den Versuch, diese Getrenntheit von uns selbst, unserer Seele, durch fokussierende Asanas (Körperübungen) oder Meditation (das Zur-Ruhe-Bringen des Geistes) aufzulösen. Ziel ist es, unseren Körper und Geist wieder in Einklang mit unserer „Weltseele“ (Sanskrit: Atman) zu bringen und zu erkennen, dass Brahman jetzt und immer in uns wohnt. Mit dieser Erkenntnis kann die Suche im Außen (nach Anerkennung, Liebe, Reichtum, Ruhm, etc.) sofort enden und ein dauerhafter Zustand von Freude, Glück und Dankbarkeit einkehren.

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